CD-Review: Nachtsucher – Komm mit mir

Der Aufforderung von Nachtsucher:  „Komm mit mir“ folgt man gerne. Es ist ein Weg, der von Verzweiflung, Sehnsucht, Stärke und Hoffnung geprägt ist. Eine Art Befreiungsschlag aus dem Dunkel ins Licht.

Mit der Scheibe Komm mit mir präsentieren die vier Rocker aus Hannover ihr Erstlingswerk.
„Jede Silbe, gar jeder Ton, entspringt einer Seele, die lange im Dunkeln gewandert ist, ohne je die Gewissheit zu verlieren, den Pfad des Lichts zu beschreiten!“, so die Band. Oder wie der Sonic Seducer schreib: “Poesie im rockigend Gewand.”

Die Tracks:
Das Album bietet 11 abwechslungsreiche Songs, die alle in deutscher Sprache gehalten sind. Bereits beim Intro bekommt man einen kleinen Vorgeschmack, was einen auf der CD noch erwartet. Es beginnt mit mystischen Klängen, die dann in eine Klaviermelodie übergehen. Der Übergang zum zweiten Track Verlassen ist jedoch etwas holprig. Die „klassischen“ Rock-Instrumente werden von Klavier und Streichern begleitet. Der Text ist geprägt aus einer Mischung zwischen Verzweiflung und Wut. Frontmann Christian Fink scheint in dem Song eine Trennung zu verarbeiten. Beim Song In Dir geht es darum sich gegenseitig ins Herz zu schauen und auch sich zu vertrauen. Die Zeile „Ich versprech dir, du bist in mir und ich in dir“ klingt wie ein Liebesschwur. Der Text ist gespickt mit Metaphern die zeigen, was Menschen füreinander tun, wenn sie sich gegenseitig blind vertrauen.  Such nach mir fordert dazu auf, die Hoffnung niemals aufzugeben. Die Grundaussage des Songs „Am Ende des Weges brennt ein Licht“. Der Song ist rocklastig und die Gitarre sehr dominant. Gleichwohl werden auch hier elektrische, nahezu mystische Sounds verwendet. Komm mit mir beginnt mit mechanischen Sounds und einer Piano-Melodie. Der Song wirkt schneller als die vorherigen Songs und  stellt die Schönheit der Nacht dar. Piano und Gitarre harmonieren hier wunderbar. Der Wechsel zwischen cleanem Gesang und einer Art Megaphon machen die Stimme abwechslungsreich. Verlier nicht die Zeit ist vom Sound her härter. Hier zieht sich ebenfalls das Piano wieder durch den Song, welches ihn melancholisch erscheinen lässt.  Hier wird der Hörer dazu aufgefordert für das zu kämpfen, was einem wichtig ist. Der Song hat im Refrain Headbang-Potential. Wenn du kommst ist ein Track der gleich zu Beginn zum tanzen einlädt. Die Melodie ist sehr eingängig und der Refrain ist leicht mitzusingen. „Wenn du kommst zu mir, werd ich mit dir entfliehn, wohin wir auch ziehn.“ Diese Nacht hat eine treibende Melodie. Wie bisher alles Tracks auf diesem Album geht es ebenfalls darum Zeit gemeinsam zu verbringen. Man wünscht sich, dass manche Momente für die Ewigkeit konserviert sind. Helden hat in der Einleitung eine tragische Melodie aus Streichern und Piano, der dann mit Beginn der Strophe von Elektrosound und Bass abgelöst wird. Seite an Seite, bis über den Tod hinaus. So könnte man den Text zusammenfassen. In das Licht hinein ist im Gegensatz zum vorhergehenden Song wieder fröhlicher und fordernder. Das Glück kommt zu denen, die es am wenigsten erwarten. Dieser Song stimmt den Hörer positiv ein und bildet einen guten Abschluss für das Album.

Anspieltipps:
In Dir ist ein Song, um einem geliebten Menschen auf musikalische Art zu sagen, dass man alles für ihn tun würde. Wenn du kommst ist einer der tanzbarsten Tracks des Albums. In das Licht hinein macht morgens schon gute Laune.

Fazit:
Die kratzige Stimme von Frontmann Christian Fink erinnert stellenweise an den Sänger von Kärbholz.

Die CD ist für Neue-Deutsche-Härte Fans, die ehrliche aber auch gefühlvolle Texte mögen auf jeden Fall geeignet. Die Songs sind abwechslungsreich und das Album bietet für nahezu alle Stimmungslagen einen passenden Song.

Nachtsucher – Komm mit mir
Veröffentlichung: 28. Oktober 2016 Tiefklang Records
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