Endlich wieder Live-Sound – Clan Of Xymox und Barosz in der Rockfabrik in Übach-Palenberg

Nun hat die Konzertsaison 2022 auch für mich endlich begonnen. In der Nähe? Nein, natürlich nicht! Ich habe mich auf den Weg an die niederländische Grenze aufgemacht, um in der Rockfabrik in Übach-Palenberg Clan Of Xymox live zu sehen.

Als Support waren Barosz aus den südlichen Niederlanden angekündigt, also aus der Nachbarschaft. Die fünf Herren bezeichnen ihren Sound als “Austrian alternative poprock, with a little Moroccan swag on a bed of Polish indie, driven by synths.“ Dies klingt spannend!

Nach den ersten Klängen ist bereits klar, das ist deutlich mehr Rock als Pop! Die Herren legen einen dynamischen und zugleich abgeklärten Auftritt hin, Sänger Paul Janssen überzeugt durch viel Leidenschaft, sei es am Mikrofon oder bei melodiösen Passagen am Moog-Synthesizer. Sehr gut gefallen hat mir die 2021-er Single “Mindstealer.”

Waren nach langer Bühnenabstinenz heiss auf Konzerte Clan of Xymox

Nachdem ich vor dem Auftritt in Barosz’ Musik reingehört habe, stelle ich fest, dass ihr Sound live deutlich mehr Druck hat, was für meinen Geschmack etwas auf Kosten der Klarheit und der Synthmelodien geht. Möglicherweise ist das so gewollt, ich persönlich hätte es ein wenig filigraner bevorzugt, dies ist aber absolute Geschmackssache!

Nach einer kurzen Umbaupause erschien auch schon der Headliner des Abends, Clan Of Xymox. Eine Band, die man nicht mehr vorstellen muss, sind sie doch seit Mitte der 1980-er Jahre eine feste Grösse in der Dark Wave-Szene. Der Bandleader Ronny stammt aus den Niederlanden, also war es auch für ihn fast ein Heimspiel.

Zum Intro von “Stranger” nahm Daniel als erster seinen Platz ein, gefolgt von Sean, der das Publikum gleich mal zum Mitklatschen animierte.

Mit Bass-Gitarrist Mario und Ronny an Gesang und Gitarre war Clan Of Xymox an diesem Abend komplett.

Mit “Your Kiss” ging es weiter, gefolgt von den Klassikern “Jasmine & Rose” und “Louise.”

Der Track “Emily” ist für mich immer musikalisch wie optisch (liegt vielleicht an meinem Fotografenblick…) ein Highlight. Sean und das tragbare, blau beleuchtete Keyboard, das passt einfach, genauso wie die Show, die er damit abliefert. Dies kam auch beim Publikum bestens an und die Stimmung war, bereits ab den ersten Songs, grossartig.

Die Mischung aus älteren Tracks und Ausschnitten aus dem neuesten Longplayer “Limbo” wie “Lockdown”, worin Ronny seine Eindrücke nach einem Jahr Pandemie beschreibt, wie surreal die Situation sich für ihn anfühlt, auch dass wir nach 12 Monaten Ausnahmezustand noch nicht wirklich weit gekommen sind. Dies hat er auch zwischen den Songs thematisiert, genauso wie seine Eindrücke zum aktuellen Weltgeschehen. Inzwischen sind wir nach einem weiteren Jahr COVID-19 zum Glück endlich auf dem vorsichtigen Rückweg zur neuen Normalität. So traf man in der Rockfabrik Menschen mit und ohne Maske an, ganz so, wie es für jede Person passt.

Bei den Zugaben nach einem kurzen Break durften “Spider On The Wall” und “A Day” nicht fehlen. Auf wie vor der Bühne war viel Freude spürbar, dass wir nach dieser langen Durststrecke wieder zusammen feiern können. Passend dazu beschlossen die Herren die Show mit “Hail Mary.”

Die Rockfabrik ist ein tolles Konzertlokal mit guter Soundqualität und einem sehr netten Team! Auch wenn es für mich nicht gerade um die Ecke liegt, werde ich gerne wieder mal dort vorbeischauen.